006.2026: Es nagt

Ein nicht nur optisches Rätsel.

 

Direkt nach dem Aufstehen blieb mir aus der Zeit des Wartens auf den Kaffee ein Satz im Kopf hängen. Er fiel in einem luziden Traum:

 

 

Wohl jeder Spiegel zeigt die ungeschminkte, unrasierte Wahrheit, die ich allerdings nur sehen kann, solange meine Augen noch nicht komplett geöffnet sind.

 

 

Mir kommt es vor, als sei dies durchaus zu vergleichen mit dem Tip fürs Sterne­be­ob­achten: Die schwächeren Sterne sieht man besser, wenn man einen Punkt knapp daneben fixiert (stimmt wirklich für Beobachtung mit dem bloßen Auge).

Kann es sein, daß die deutliche Sichtbarkeit aller Details das Gesamtbild verschleiert, verbirgt?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 


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005.2026: Es ist gut

Obwohl es sich im Nachhinein irgendwie seltsam anfühlt.

 

So. Das war dann eine sehr schnelle, selbst von mir nicht so vorhergesehene Sache: Scheiß auf 5500 aufeinanderfolgende tägliche Beiträge (Schluß mit Beitrag 5482). Denn gestern fehlte mir nämlich jegliche Idee und darüberhinaus auch noch jegliche Lust auf einen neuen Blogbeitrag. Nun, es fühlte sich vorher wirklich bedrohlich an, mit dieser Routine zu brechen – und das war es nun doch nicht. Aber ich muß mich noch daran gewöhnen, daß ich nicht mehr täglich liefern muß/will/kann.

Keinen täglichen Beitrag zu schreiben heißt auch, etwa zwei Stunden weniger pro Tag verpflichtet zu sein. Wie? Zwei Stunden am Tag? Ja, diese Zeit benötigte ich im Durchschnitt für einen fertigen Artikel. Es ging auch schneller, na klar, aber an man­chen saß ich auch wesentlich länger. Da vernachlässige ich sogar all die Zeit, die ich z. Bsp. lesend verbrachte, um Ideen zu finden, da denke ich nicht an all die notierten Zeilen, die nie Verwendung fanden (bisher).

Ja, ich bin auch ein wenig traurig ob des Endes einer 15jährigen Routine. Weiß nicht, wie ich es ohne aushalten werde und vor allem, wie lange ich es aushalten kann. Da sind einige Ideen, die in meiner Vorstellung nur mit ihrer Wiederaufnahme richtig gut funtionieren können (vielleicht hätte ich Herrndorf nicht wieder lesen sollen).

Statt darauf herumzudenken, sollte ich mich mit anderen Baustellen beschäftigen. Dinge loswerden, die zwanzig Jahre von mir hier in dieser Wohnung aufbewahrt wurden und werden, von deren Existenz ich zwar weiß, die ich aber in all der Zeit nicht ein einziges Mal in der Hand hatte. Einiges davon hat seine Bedeutung für mich zwar noch nicht ganz verloren, aber … Da ist viel Ballast dabei, den ich loslassen möchte. Ich hoffe, ich schaffe das.

 

Da sitze ich nun. Es ist etwas weg, von dem ich dachte, daß es zu mir gehört, mich sogar zum Teil ausmacht. Es ist noch viel zu viel da von dem, das ich nicht loslassen konnte bzw. kann … Ihr werdet ja lesen können, was mir die Zukunft bringt.

 

Aufgefallene Erinnerung:
Es gab Zeiten, in denen die gesammelten und aufgehobenen Erinnerungsstücke mir Sicher­heit vermittelten (Sicherheit vor dem Vergessen).

Weggegeben bzw. entsorgt:
Ich sortierte die Medikamentenkiste durch: Alles weit über dem angegebenen „Verwendbar bis” ist im Müll …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 05. und am 06.01.2026 ein – von außen betrachtet – abruptes Ende mit abgefallener Last, der ruhige Beginn des Feiertages, gescanntes Papier (ob ich auch alle meine Kladden scannen sollte?).


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Nº 004.2026: Andre Wege

Ich weiß noch nicht, wohin das führen wird.

 

 

Wenn alle Wege nach Rom führen, ich aber nicht nach Rom will, dann ist es wohl Zeit, die Wege zu verlassen. Ich überlege noch, ob es vielleicht reicht, ein paar Umwege zu gehen – oder ob ich (nur) querfeldein ein Ziel erreiche, das ich noch nicht kenne.

 

 

Wie soll das überhaupt gehen: Ein unbekanntes Ziel zu erreichen? Jaja, einlassen auf den Weg …

 

Erinnerung des Tages:
Oh, das waren mehrere: Ich las die jeweils ersten drei Beiträge mehrerer Jahre hier im Blog.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 04.01.2026 erzgebirgischer Stollen zum Kaffee, einige einge­lesene CDs, eine jetzt leere 4-TB-Festplatte (Unterrichtskram aus meiner Instruktoren-Zeit).


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Nº 003.2026: Kleinstkram

Was der so an Zeit frißt, das ist erstaunlich.

 

Noch habe ich den Antrieb und die Kraft, mich von Ballast zu trennen. Aber das braucht Zeit, viel Zeit – und irgendwie sehe ich heute nicht, daß ich etwas geschafft habe. Also muß ich mich selbst daran erinnern:

Zwei kleine Pappschachteln voller Papierkram: Von denen blieben erstmal nur die an mich geschriebenen Briefe und Karten, die etwa ein Viertel des Papiers ausmachten, und jetzt liegen sie im Privatpost-Schuhkarton. Der Rest wurde heute zu Altpapier. Vier (oder sogar fünf) Marmeladengläser mit Krimskrams (fragt nicht, was da neben steinharten Radiergummis und nicht mehr benötigten Schlüsseln noch alles drinwar) sind geleert. Auch die beiden Gläser mit Computerschrauben und Jumpern sind (zusätzlich) schon fast weg, für die werde ich wohl bastelnde Abnehmer finden. Von dem Zeug habe ich übrigens, seit ich mit transportablen Rechnern arbeite, nicht ein einziges Mal etwas benötigt.

Ganz nebenher fand ich eine sehr dicke Mappe mit ausgedruckten Blogbeiträgen. Wozu wohl brauchte ich die auf Papier, was hatte ich damit vor? Ich weiß es nicht. Knapp ein halber Packen Druckerpapier, seit Jahren (der jüngste Artikel von 2016) ungesehen und unangefaßt. Das alles finde ich auf meinen Festplatten, mehrfach gesichert. Radikal weg damit.

Und plötzlich fing es draußen schon wieder an zu dämmern. Ich merkte heute nicht, wie die Zeit verging. Erst in dem Augenblick, da ich mir einen Stapel CDs (ich glaube, das ist das Gesamtwerk von Bon Jovi und Jon Bon Jovi) neben den Rechner mit DVD-Laufwerk legte, wurde ich mir der Uhrzeit wieder bewußt … Oh. Das paßte mir in dem Moment nicht wirklich, da lag noch einiges Papier, das ich scannen möchte. Vielleicht erledige ich einen Teil davon noch heute Abend.

 

Mein heutiges #Tagensmotto: Und DAS ist erst der Anfang! #Zwanzig26 Ihr, die ihr dieses Jahr erleben müßt, laßt alle Hoffnung fahren. Das orangene Trumpeltier dreht jetzt völlig frei. Wenn ich noch saufen würde, hätte ich heute allen Grund dazu. Die Welt ist wohl endgültig verloren …

 

Erinnerung des Tages:
1973 war ich gerade zehn Jahre alt; damals putschte sich (mit Hilfe der USA) Pinochet in Chile an die Macht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 03.01.2026 der gebliebene und genutzte Elan zum Sortieren (ohne groß zu sortieren), Wiener Würstchen mit Toast, ein knapp einstündiges Telefongespräch.


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Nº 002.2026: Na gugge

Es gibt aber nichts Ungewöhnliches zu sehen.

 

Da stellte ich doch heute fest, daß ich noch ein paar Tage weiterhin jeden Tag schrei­ben möchte (am Ende dieser Zeit erzähl ich es).

Heute habe ich das Radikal-weg begonnen und einiges trotz daranhängender Erinn­rung einfach ins Haus gestellt (eine Schreibtischleuchte, zwei Schalen), ins Altpapier (3 Notebook-Verpackungen, zwei größere Kartons) gegeben oder endlich in den Müll geworfen (zwei Schachteln mit lange, sehr lange aufgehobenem Kleinkram). Es bringt mir nichts, das alles immer wieder immer nur von hier nach da zu räumen: Ich trenne mich davon. Da war es ganz gut, daß ich heute zweimal aus dem Haus ging zum Einkaufen; jedes Mal nahm ich Zeug mit runter. Es fällt mir wirklich schwer …

Ja, dann habe ich zwei Runden Einkauf erledigt. Zuerst besorgte ich mir Teelichter und Brennspiritus. Auf diesem Weg fuhr ich zum ersten Mal in diesem Jahr mit der Funkenkutsche, die dann auch noch eine der ganz neuen war, eine TINA. Als ich die Dinge nach Hause gebracht und weggeräumt hatte, ging es noch zu einem Discounter. Salz und Eier waren ausverkauft, gibt es erst morgen wieder. Aber alles andere bekam ich, alles andere Notwendige ist wieder in ausreichender Menge vorhanden. Mir sollten zum Beispiel eingelegte Jalapenos und Kapern nicht ausgehen, die eß ich ab und zu direkt aus den Gläsern. Auch ein Glas von den kleinen Gewürzgürkchen steht immer bei mir, ein ungeöffnetes; gestern war der Appetit aber eben zu groß. Mal ehrlich: Leberwurstbrot ohne Gürkchen? Ist das überhaupt erlaubt?

Zwischendurch las ich immer wieder ein paar Seiten. Das Buch (Matt Ruff: G.A.S.) empfinde ich als sehr verwirrend. Gefühlt 38 unterschiedliche, scheinbar unzusam­men­hängenden Handlungststränge laufen gerade auf eine in den 60ern entwickelte Künstliche Intelligenz mit einem mehr als rudimentärem Bewußtsein hinaus/zu – ich versteh kaum noch, worum es geht. Auch dort muß ich weitermachen, weiter­lesen, denn ich möchte ja nun die Auflösung wissen. Um was es wirklich in diesem Buch geht.

Radikal-weg steht nicht auf einer To-Do-Liste, sondern auf meiner Nice-to-Liste. Es muß nicht erledigt werden. Doch ich gände es gut, wenn es passieren würde. Der Anfang ist gemacht. Der Alltag kehrt wieder ein bei mir.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Da steht schon einiges oben im Text …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 02.01.2026 eine wiederentdeckte Sache, die erledigten Einkäufe, die Selbstüberwindung.


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Nº 001.2026: Weiter so?

So vieles kann ich nicht anders machen als bisher.

 

Vorab: Von einem Dogma habe ich mich verabschiedet: #onepostaday. Damit kennzeichne ich meine Blogbeiträge nicht mehr und nehme mir so nun die (offensichtliche) Selbstver­pflich­tung (und das geflissentlich befürchtete schlechte Gewissen) … Das heißt allerdings nicht, daß es nicht täglich einen neuen Beitrag geben könnte.

 

Ein Neues nächstes Jahr in meinem Leben; in dem Leben, von dem ich noch im Alter von 27 Jahren dachte, daß es seinen geregelten sozialistischen Gang gehen könnte. Daß ich keine Angst vor der Zukunft haben bräuchte. Nun ja, das Leben ging mit der Zeit und es kam so vieles so anders. Für das meiste davon bin ich dankbar. Doch ich kann einfach nicht für alles dankbar sein.

Immer wieder bin ich allerdings dankbar für meine Phantasie, für meine (positive) Vorstellungskraft, für meine Fabulierlust, selbst dann, wenn ich mir das Herzeigen ihrer Ergebnisse besser nicht erlaube. Zum Beispiel diesen von mir seit Tagen vorbereiteten Neujahrstext, den ich doch so unbedingt die ganze Welt lesen lassen wollte: Beim Abschreiben heute merkte ich erst, wie flach und schwammig und oberflächlich ich da … fast wie von einer dieser widerallgegenwärtigen KI erstellt. Braucht es überhaupt einen solchen Text von mir?

Guter Gedanke: Was es von mir braucht. Was ich von mir brauche, für mich. Egoistisch, oder? Laßt mich mal noch eine Zeit auf dem herumdenken, mir das eine oder andere dazu noch klarwerden. Wer weiß, es wäre ja immerhin möglich, daß sich nicht nur diese eine Ziffer geändert hat, sondern noch mehr, das auch ich nach und nach erst kennenlernen, akzeptieren kann und/oder muß.

In diesem Sinne mache ich mich jetzt auf in meine nächste Reise durch bislang unentdeckte Zeiten. Obwohl sie mir alle bekannt sind, alle: von Januar bis Dezember, von Montag bis Sonntag, von Mitternacht zu Mitternacht. Das alles ist schonmal dagewesen, alles schon mehrfach erlebt, nur noch nicht in der konkret bevor­ste­henden Form. Die bleibt ungewiß bis zum tatsächlichen Erleben. Ein wenig muß ich mich noch sortieren, einiges muß ich mir noch zurechtlegen, ehe ich mich auf den unvermeidlichen Weg machen werde. Wenn ihr weiterhin Lust dazu habt, mich dabei zu begleiten, fühlt euch herzlich dazu eingeladen.

 

Erinnerung des Tages:
Die Geräusche draußen erinnerten mich in der Nacht und bis jetzt über den Tag verteilt an die akustische Gefechtsfeldsimulation der Übungen bei der NVA.

 

Ich danke fürs Lesen und schleiche mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 01.01.2026 ein verworfener Text, 160 Gigabyte gelöschter Dateien, das wiedergefundene Portemonnaie (ich suchte heute einige Zeit danach).


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2025 – 365: Knall und Fall

Manches Geräusch ruft Erinnerungen hervor …

 

Nein, es war eher umgekehrt: Fall und Knall. Danach zwei Stunden Pfeifen in einem Ohr. Danke für Nichts! Das hätte ich heute gegen 14 Uhr nicht gebraucht, als ich den Müll runterbrachte. Wer weiß, ob das nur ein Zufall war, aber ich war gerade an der Haustür, als es diesen gewaltigen Rumms am Fuß der Haustreppe gab. Schon vor Weihnachten begann hier die Böllerei. Da waren Geräusche dabei wie die Abschüsse der 2S1, der 122-mm-Panzerhaubitze/-SFL-Haubitze. Meine Fresse! Der heute keine drei Meter neben mir war auch so einer.

Seit es halbwegs dunkel ist, wird hier heftig geknallert. Ich versteh es nicht. Auch in diesem Jahr werde ich mich nicht daran beteiligen. Aus dem Fenster zu sehen in Richtung Innenstadt verkneif ich mir auch, denn schon nach Sekunden ist im Qualm nichts mehr zu sehen. Auf das „gute” Essen, das zu Silvester immer 18 Uhr auf den Tisch kommt, legte ich heute keinen Wert. Nach meinem Appetit gab es vorhin Kartoffelbrei, braune Zwiebel und Regensburger (ha, ob die Jüngeren noch wissen, was das ist?) satt. Lecker, so richtig mit guter Butter gemacht und mit Muskat. Und einen Glühwein hab ich warmgemacht, den schlürfe ich jetzt.

Silvester. Jahresende, Jahreswechsel, Jahresanfang. Begriffe, von denen ich mich gerne lösen würde. Ob ich für mich eine Art „Geschäftsjahr” einführen könnte? So von einem Tag, der mir paßt, und bitte auch in der Länge, die mir paßt. Ja klar, unrealistisch, nicht wirklich praktikabel. Weil auch ich in diesem Staat, in diesem System ganz vielen Regeln und anderen Grenzen unterworfen bin. Von vielem würde ich mich gern freimachen; aber … Mut wünsche ich mir dazu, wenigstes ein bißchen Mut für wenigstens irgendetwas …

Wenn ich morgen aufwache, hat sich in meinem Leben exakt nichts verändert. Es geht einfach weiter wie bisher. 'ne Nummer wird sich geändert haben, mehr nicht.

Und bei euch so?

Ach so: „Hebbie njuh jiear, miss Soufie!” Und euch allen einen guten Rutsch.

 

Erinnerung des Tages:
Wie bescheiden unsere Feuerwerke früher waren, als wirklich nur am 31.12. Pyrotechnik verkauft wurde (oder am 30.12. – wenn Silvester auf einen Sonntag fiel) …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 31. Dezember 2025 war ich zufrieden mit Aufgeräumtem, mit dem Räucherkerzenduft, mit den Würstchen.


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2025 – 364: Nix Rück oder Aus

Aber auf was werde dann wohl blicken?

 

Dann fang ich schonmal im alten Jahr an, etwas zu ändern. Es gibt also weder einen Rückblick noch einen Ausblick. Für mich ganz privat erlaube ich mir einen Einblick, einen in mein Herz und in meine Seele, wie man so schön sagt.

In beidem finde ich große Ängste (bedingt von der Politik im Großen und im Kleinen). Und doch sind in beidem auch viele Lichtblicke, gute Momente enthalten – und nicht zu vergessen: Hoffnungen. Ganz viele davon. Ich muß wohl auch nicht sagen, daß ich hoffe, es mögen sich ziemlich viele … na gut, einige davon erfüllen. Welche? Tja, da ich keine davon offenbaren möchte, werde ich das auch nicht tun und mich über­raschen lassen.

Es ist eine sonderbare Stimmung, eine vertrackte Gemütslage, in der ich mich befinde zur Zeit. War ich an einem Jahresende jemals so innerlich durchgerührt wie dieses Mal? Völlig verquirlt, ich tanze in mir auf mindestens sieben verschiedenen Hochzeiten (oder wie man das sonst nennt) mit mir selbst. Ja, das ist weit besser, glaube ich, so einiges, das ich früher zu Jahreswechseln in mir sah.

Ich blicke hinein in mich. In das Jetzt in mir. In ein Chaos, das ich in mir … Feststelle? Spüre? Weiß? — Ist es ein Chaos? Ja, aber eines mit einer gewissen ästhetischen Qualität: Ein Apfelmännchen erblicke ich in mir. Da denke ich, ich hätte seine schönste Stelle gefunden, doch schon wird mein Blick in mich hinein von einem ganz anderen Stück angezogen. Oh ja, das ist das Überraschende: angezogen und nichts, von dem ich mich am besten sehr schnell wieder abwenden möchte. Was ist da passiert?

Vielleicht ist es Altersmilde, die mich so in mich hineinsehen läßt. Oder Akzeptanz, radikale Selbstakzeptanz. Darin bin ich ja nun weiß Gott nicht sonderlich geübt. Ja, ich nehme das jetzt so hin an. Keine Ahnung, wieso das zur Zeit so einfach möglich ist. Aber es ist, und es ist gut so. Ich blicke in mich hinein und sehe nicht schwarz …

 

Erinnerung des Tages:
Noch vor dem Beginn des täglichen Bloggens – wenn ich mich recht erinnere, im Jahr 2007 – überstand ich den Jahreswechsel wirklich nur vollkommen besoffen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 30. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der beginnenden Genesung, mit Bulgur mit Gemüse, mit dem Anfang einer anderen Schreibroutine.


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2025 – 363: Und täglich …

Die zum Jahresende üblichen Überlegungen.

 

Obwohl: Ich denke, die erspare ich mir noch. Zuvördesrt muß ich mich um meine Erkältung kümmern. Ja, um eine stinknormale Erkältung. Bääääh.

Andererseits …

Mittlerweile habe ich mir eine erkleckliche Liste an Dingen notiert, die im nächsten Jahr passieren dürfen – nicht aber müssen. Im noch laufenden Jahr war da ja auch mehreres, das ich mir zwar vorgenommen, aber nicht umgesetzt habe. Na und? Der Titel der Liste für 2026 lautet nicht „Zu tun (To do)”, sondern „Wär' schön (Nice to)”. Außerdem werde ich mit dem, was jetzt draufsteht, noch ein wenig herumjonglieren – beim Liegen auf der Schlafstatt habe ich zwischen den Dämmernickerchen ja Zeit und Gelegenheit dazu.

Ich habe keinerlei Feuerwerksgedöns gekauft, als ich heute zum letzten Mal (für dieses Jahr) einkaufen war. Nein, und ich werde auch nicht wieder versuchen, etwas von dem zu sehen, was in der Innenstadt abgebrannt wird (nach 30 Sekunden etwa ist der Qualm einfach zu dicht dafür). Falls (!) ich zur Mitternacht wach sein sollte: Ich habe einen Piccolo und werde den benutzen. Falls nicht: Na und?

Das steht auch auf der „Wär' schön”-Liste: Viel öfter mit „Na und?!” antworten …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Die letzten fünf meiner Sammlung besonders geformter Flaschen habe ich auf den Altglas­con­tainer gestellt – ich weiß gar nicht, ob die dann verschwunden waren.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 29. Dezember 2025 war ich zufrieden mit der ausbleibenden Verschlechterung, mit dem abgeholten Paket, mit gekauftem Medikament und Grundversorgungskram.


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2025 – 362: Drei Tage

Was vom Jahr noch übrig ist.

 

Drei Tage noch ist es 2025, nur noch drei Tage. Dann ist das in meinen Augen beschissenste Jahr meines Lebens vorbei. Und ich bin mir noch dazu sicher, das keines der folgenden Jahre besser werden kann als dieses.

Ja, ich bin pessimistisch. Sehr. Und wißt ihr was? Ich laß mich gerne vom Gegenteil überzeugen …

Erinnerung des Tages:
Die Euphorie und die Angst im Herbst 1989 gehörten zusammen …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 28. Dezember 2025 war ich zufrieden mit dem rechtzeitigen Wach- und Fertigwerden, mit dem Chauffeur zum Bahnhof, mit dem zurücksortierten Krempel.


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