140.2026: Rohes

Ich stöberte in meinen Notizen herum.

 

Rohmaterial. Rohe Sätze. Wortgruppen und Worte, ab und zu auch nur einzelne Silben. Hin und wieder lese ich das Zeug quer – und wenn ich Glück habe, entsteht dann Brauchbares, Herzeigbares, oder zumindest weiteres Rohmaterial für irgendwann später.

Heute habe ich nichts daraus machen können. Aber ich fügte Rohes hinzu zum Rohmaterial. Die Vorsilbe „per”: permanent, perspektivisch, persistent, per… Eine angefangene Wortliste. Ach ja: pervers, perkussiv, perfekt, per… Mal sehen, wie viele mir da noch einfallen werden. Nein, ich werde nicht im Duden oder gar online suchen.

Und da ist noch dieser eine Gedankenanfang aus der Vergangenheit: „Am anderen Ende der Wahrheit …”

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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139.2026: Mein Eindruck

Etwas, das mir beim Lesen durch den Kopf ging.

 

Manchmal habe ich beim Lesen den Eindruck, daß die Schreibenden mit ihren Texten etwas ungeschehen machen woll(t)en (als Beispiel fällt mir die Günderode ein). Ich weiß nicht recht, ob das überhaupt möglich ist. Vielleicht, vielleicht läßt sich Geschehenes verändern, wenn und indem jemand darüber schreibt?

Ich hingegen versuche zumindest in meinem Unherzeigbaren, Ungeschehenes in meine Wirklichkeit so einzubauen, daß es mir als etwas Erlebtes erscheint. Ich erschaffe mir Erinnerungen an Ereignisse, die nie (so) geschehen sind …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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138.2026: Egal

Und ja, das tut mir, ich tu mir wirklich leid.

 

Wiedereinmal liegen hier verschiedenen Anfänge von/zu Texten herum. Mehrere. Aber: Völlig unabhängig vom Anfangsthema lande ich unweigerlich bei Hitze, Schweiß, Unwohlsein oder sogar Klimawandel/Klimakatastrophe. Wenn ich das fest­stellte/bemerkte, riß ich (Sakrileg! Sakrileg!) Seiten aus der Kladden und zerküllte sie. Nur wenige Minuten später holte ich sie aus dem Papierkorb und strich sie glatt. Nein, ich habe sie nicht mit Klebestreifen wieder festgemacht …

Schön ist das wirklich nicht. Aber egal, wie sehr ich mich zu konzentrieren versuche: Immer wieder lande ich bei dem Thema, das ich gerade nicht behandeln will. Kennt jemand einen praktikablen Weg aus diesem Dilemma heraus?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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137.2026: Man sollte

Schreiben über das, wonach man sich sehnt.

 

 

  Verschneite Landschaft
  Weiße Hauben überall
  Leider nur gemalt

Ein Haiku.

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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136.2026: Sommersonntag

Sommersonnenwende, Sommeranfang, extrem heißer Tag.

 

Ich wurde um Acht wach. Die Nacht war eine tropische (Temperatur immer über 20 °C), ein leichter Windhauch ließ mir die Verhältnisse noch einigermaßen angenehm erscheinen. So blieb ich einfach liegen, döste vor mich hin. Und noch vor dem Kaffee gab es dann nach Zehn einen übriggebliebenen Eiskaffee.

Schwül. Verdammt schwül ist der Tag. Bis zum Mittag trank ich schon drei Liter. Und als das Regenradar zeigte, daß es hier mäßig regnet, fiel – natürlich – kein einziger Tropfen. Wie so oft machte der Regen einen Bogen um HaNeu. Zwischendurch kletterte der Taupunkt (ein für mich praktikables Maß für die Schwüle) auf 27 °C – und schon ab 16 °C ist es schwül …

Am späten Nachmittag hatte ich dann 4,5 Liter Tee intus. Ich weiß nicht, wie oft ich einen Lappen in eine der Schüsseln mit Wasser und Kühlakku tauchte, um mir damit dann Schultern, Ellenbogen, Handgelenke und andere Stellen zu befeuchten und mich abzukühlen. Sehr viel Linderung verschaffte mir das leider nicht. Die Ventila­toren konnten auch nichts anderes, als warme Luft hin- und herzuwedeln.

Und wenn ich richtig gelesen habe, dann soll das Wetter mindestens für noch weitere zehn Tage so ungesund bleiben.

Uffz. Mir reicht's aber jetzt schon …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

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135.2026: Blablabla

Bei dem Wetter fiel mir heute sogar das Zuhören schwer.

 

„Na? Macht Dir die Hitze auch so zu schaffen? Oder ist es für Dich nur bestes Badewetter?”

Ich stöhnte nur, statt darauf mit Worten zu antworten. Und dann, dann wurde mir vom Erdgeschoß bis in den neunten Stock ein Ohr abgekaut. Ich habe keine Ahnung, wie jemand in so kurzer Zeit mit so vielen Worten so viele Nebensächlichkeiten (in meinen Ohren und Augen war es nichts anderes) von sich geben kann.

Nach der Hitze draußen war das eine weitere Belastung, die ich mir heute lieber gespart hätte. Und fagt mich bitte nicht, was mir da genau erzählt wurde: Ich weiß es schlicht nicht. Jetzt seh ich mir drei Star-Trek-Filme am Stück an …

 

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Der Emil


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134.2026: Gedankenblitz

Manchmal denke ich über die Bedeutung meiner Worte später nach.

 

 

Stell Dir vor: Du bist frei vom Zwang, jemandem die Schuld geben zu müssen …

Zuerst veröffentlicht im #Fediverse (nicht bei Mastodo!) am 16.06.2026.

 

 

Das war so ein Gedankenblitz, der mir durchs Denkicht schoß. Doch doch, ich kenne es, diesem Zwang nicht zu unterliegen, diesem Drang mich nicht entgegenstellen zu müssen. Da ist allerdings keine Schicksalsergebenheit, wirklich nicht. Nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus dachte ich, die Weitergebe dieser Idee sei eine gute Idee.

Niemandem die Schuld geben zu müssen, nichteinmal mir selber … Ist das „radikale Akzeptanz”? Gleichgültigkeit? Gar Abstumpfung? Oder einfach nur klare Sicht auf die Realität … Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, daß die Freiheit von diesem Zwang, jemandem die Schuld geben zu müssen, befreiend ist, sehr befreiend. Deshalb übe ich mich darin, genau diese Freiheit nicht wieder zu verlieren.

Das alles heißt nicht, daß ich Kausalitäten nicht erkenne und/oder nicht akzeptiere. Nur: Das ist etwas ganz anderes als jede Schuldzuweisung. Oder?

 

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Der Emil


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133.2026: Wetterbedingt

Es ist für viel zu vieles einfach das falsche Klima.

 

 

 Wolkenverhangen
 Stehende Luft viel zu schwül
 Schattenloser Strand

 Traumlose Tropennächte
 Und wirklich kein Hautkontakt

Ein Tanka.

 

 

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Der Emil


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132.2026: Kunst

Ein bemerkenswerter, unvergessener Satz eines Lehrers.

 

 

Braucht es immer ein vollständiges Bild? Mein Kunstlehrer (zu DDR-Zeiten) sagte mal:

»Die Kunst des Malers besteht im Weglassen des nicht Notwendigen.«

Der Mann soff sich vor Sehnsucht tot. Auch ein Weg, Mauern zu überwinden …

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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131.2026: Urlaubslyrik

Solange es aber nicht auch noch schwül ist …

 

 

Sonnenschirmschatten
Warmer Sand ohne Ende
Saharaurlaub

Es fehlen Wellenrauschen
und ein salziger Wind

Ein Tanka.

 

 

Oh weh, wenn ich an das vorhergesagte Wetter für die nächsten Tage nur denke: Schweiß rinnt an mir hinab.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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