223.2026: Hypothetisch

Und dennoch beschäftigt mich diese Frage immer wieder.

 

Was würdest Du sofort in Angriff nehmen, wenn Du nicht scheitern könntest?

Diese Frage! Mir begegnete sie vor Jahren völlig unerwartet; und bis heute fand ich noch keine einzige Antwort darauf. Allerdings nicht, weil ich keine Ideen, keine Wünsche hätt. Sondern weil ich bei jeder Antwort auch immer Phasen, Punkte, Schritte finde, an denen ich scheitern könnte … Eine Antwort auf diese Frage ist somit für mich, so scheint es, nur hypothetisch möglich.

Ich nehme an, daß das – die Annahme, daß alles scheitern muß – erlerntes Verhalten ist. Vielleicht nicht gerade aus meiner Kinder- und Jugendzeit, aber doch ab einem ganz bestimmten Zeitpunkt, zu dem sich eigentlich meine Möglichkeiten und Frei­heiten wesentlich erweitert haben sollten. Kann sein, daß vorher meine Phantasien nicht so ausgeprägt waren, weil mir mein Leben sicherer und erwartbarer erschien. Doch wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich das (noch) nicht sicher. Ich muß mich damit noch weiter beschäftigen. Und vielleicht entdecke ich dabei ja etwas, das ich sofort in Angriff nehme (obwohl ich dabei scheitern könnte oder zumindest das Ziel nicht mehr erreichen kann). Ich mach mich dann mal auf die Suche …

 

(Einmal mehr etwas aus meinem Denkicht. Kompliziert, nicht wahr? Und: Hat jemand von euch sofort eine Antwort auf die sonderbare Frage?)

 

Erinnerung des Tages:
Einmal in der Woche war bei der NVA Duschen befohlen: im Keller, Massendusche, die Wasser­temperatur nicht wirklich einstellbar. Keine angenehme Erinnerung.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 20.09.2026 drei gegessene Äpfel, zwei Kannen Tee, Zeit und Muße zum Denken.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Gedachtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

222.2026: Nachtrag

Nur, damit keine unnötigen Mißverständnisse bleiben.

 

Ich bin heilfroh, daß der Sommer endlich endet. Die Situation in meinem Kopf hat nichts, wirklich gar nichts mit Herbst, kürzeren Tagen, weniger Sonnenlicht zu tun. Ich war, bin und bleibe Wintermensch (und Nachtmensch); und ich freue mich wie Bolle auf meine Lieblingsjahreszeit.

Es ist auch keine Depression akut oder im Anmarsch. Nein, ich fühl' mich durchaus altersgemäß wohl. In meinem Kopf und/oder in meinem Herzen geht es trotzdem hin und wieder drunter und drüber. Ich versuche dann oft, ein für mich passendes Bild dazu zu erfinden. Und heute war das eben der beschriebene Tanzabend in einem Tanzschuppen oder Ballsaal. Den Spleen, den Gefühlen sozusagen körperliche Eigenschaften zuzuweisen oder gar Körper zu geben, habe doch sicher nicht nur ich, oder?

Außerdem finde ich meine Charakterisierungen der beteiligten Gefühle ganz gut gelungen.

Aber bitte, macht euch wegen des Tanzabends keine Sorgen. Das ist ganz normal für mich und bei mir.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Erlebtes | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

221.2026: Tanzabend

Beim kleinen Ball der Emotionen, Gedanken und Gefühle.

 

 

In einer Ecke steht, für alle sichtbar, eine kleine Traurigkeit. Sie fühlt sich unwohl und würde gern größer sein oder sich ganz zurück­ziehen; dieses Herumwuseln und Umeinanderspringen der meisten anderen Anwesenden gefällt ihr überhaupt nicht. Nach einer Weile stellt sich eine Sehnsucht neben sie, die mindestens dreifach so groß ist wie sie. Und die sich genauso wenig wohlfühlt wie die kleine Traurigkeit. Das ungleiche Paar bewegt sich nicht, beide wollen nicht wie die anderen zu einer unhörbaren Musik wie wild herumkreisen.

Dann steht alles still. Die nicht gehörte Musik hat wohl aufgehört. Da ergreift die große Sehnsucht die Hand der kleinen Traurigkeit und zieht sie mit sich. Vorbei an einem erschöpften Mut, an der schwindsüchtig scheinenden Zuversicht. Auch die im Stehen einge­schla­fene Wut, die von einer starken Angst in den Armen gehalten wird, interessiert die beiden nicht. Zielstrebig geht die große Sehnsucht mit der kleinen Traurigkeit im Schlepptau auf die zarte Silhouette einer der vielen Hoffnungen zu. Die drei beginnen zu parlieren, drehen sich bald ohne Musik umeinander. Es ist deutlich zu sehen: Die Traurigkeit bleibt klein, die Sehnsucht groß, und die Hoffnung verliert das Durchscheinende, wird deutlich kräftiger.

Ich möchte zu gern wissen, was die drei gesprochen haben. Aber es gehört sich nicht, Gespräche zu belauschen, selbst wenn es nur die zwischen den eigenen Gefühlen sind. Und wer weiß schon, ob ich überhaupt etwas davon verstehen könnte …

 

 

Manchmal sehe ich, was in meinem Denkicht herumwuselt. Beziehungsweise: Ich gestalte ein Bild von dem, was vorgeht.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einen Beutel voller Bücher nahm ich mit zu einem Öffentlichen Bücherregal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 19.09.2026 ein paar Notizen, aussortierte Bücher, Beinehoch­legen (als mir danach war).


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Gedachtes, Geschriebenes, Miniatur, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

220.2026: Dunst

Oder auch nicht. Und wieso Dunst und nicht Schimmer?

 

Am Nachmittag, kurz nach 16 Uhr, war ich dermaßen schläfrig, daß ich mich auf ein Stündchen hinlegen mußte. Und nach einer Stunde und 43 Minuten wurde ich dann wieder wach. Draußen dämmerte es gerade. Ich wußte zuerst nicht, ob es noch heute oder doch schon morgen war … Ich fühlte mich sehr gut erholt, ja sogar ausgeschlafen.

Auf die Idee, eine Uhr mit Digitalanzeige (Rechner, Smartphone) anzusehen, kam ich einfach nicht. Also rätselte ich eine Weile herum, ob es jetzt 18 Uhr irgendwas oder 6 Uhr irgendwas sei. Ich hatte keinen blassen Dunst. Gefühlt mußte es der nächste Tag und damit eine volle Nacht vergangen sein. So stolperte ich ein Weilchen ziemlich verwirrt (das Zeitgefühl betreffend) herum – bis ich dann doch am Rechner saß und der mir 18.41 Uhr anzeigte. Das war ziemlich genau eine Stunde, ehe mein Beitrag hier erscheinen soll.

Blöd nur, daß ich es im Verlauf des Tages bis hierhin nicht geschafft hatte, einen Text zu schreiben, einen Beitrag für hier vorzubereiten. Damit ist das jetzt einer der wenigen Texte, die nicht zuerst auf Papier, sondern direkt an der Tastatur entstanden sind. Kann sein, ich schreib ihn nachher noch in meine Kladde ab. Am liebsten aber würde ich heute sehr früh schlafen. Aus Gründen muß ich trotzdem die Abendpillen etwa eine Stunde vor Mitternacht nehmen, viel später als sonst üblich. Da werde ich mir einen Wecker stellen. Und ich werde gleich bei dessen Abschalten feststellen können, daß die Nacht noch längst nicht vorbei ist.

Ich merke, der Winterschlaf rückt näher …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einige ewig aufgehobene leere Flaschen sind jetzt Altglas.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 18.09.2026 frühes Wachsein, die Ruhezeiten, Maccaroni mit Gyros.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

219.2026: Auf der Bank

Die Schwierigkeiten mit dem Einfachen: Endender Anfang.

 

Eigentlich sollte es doch einfach sein. Muß mich nur hinsetzen, Papier, Feder und Tinte hernehmen und dann drauflosschreiben. Worte habe ich genug im Kopf, und wenn ich einige oder auch viele davon notiere, gehen sie mir im Denkicht nicht verloren. Nein, nein: Es kann sogar heilsam sein, sich etwas „aus dem Kopf heraus­zu­schreiben”. Den Effekt kennen, so denke ich, ziemlich viele Menschen, die des Schreibens mächtig sind.

Eigentlich sollte es einfach sein. Ist es aber nicht. Denn heute saß ich zum Beispiel über eine halbe Stunde vor den leeren Seiten und schrieb nicht einen einzigen Buchstaben nieder. Im Kopf sprang ich von einem Gedanken zum nächsten, drängte sich immer wieder ein nächstes Thema in den Vordergrund. Das ging so schnell, daß ich nichts davon aufschreiben konnte, ohne dabei ein ziemliches Chaos von durcheinandergewürfelten Sätzen zu verfertigen.

Und dann entstehen Anfänge, viele Anfänge, die nach mehr oder weniger kurzer Zeit enden, sich im Ungefähren auflösen, verlieren … In eine Geschichte später wieder einzusteigen, sie nach mehr als 20 Minuten weiterzuschreiben, das ist mir in der Regel nicht möglich. Hier zum Beispiel:

 

 

Da sitzt sie im Park auf der Bank. Wie immer allein. Und wie immer hofft sie darauf, daß sich jemand zu ihr setzt. Einfach ein anderer Mensch. Und dann würde sie es endlich wagen: Sie hat so viele Geschichten zu erzählen, so viel über Geschichte mitzuteilen, daß sie einfach losreden würde. Na gut, sicherheitshalber könnte sie ja fragen, ob jener andere Mensch ihr vielleicht ein wenig zuhören würde. Schön stellt sie sich das vor, wenn es geschehen würde, und erleichternd für sich selbst. Denn ihrer Meinung nach gibt es viel, viel zu wenige Menschen, die sich noch für das interessieren, was sie zu berichten weiß. Zum Beispiel vom Hunger und dem Schmerz, den er verursacht. Wer kennt denn noch das Geräusch, das ein Griffel auf der Schiefertafel erzeugt? All die Rezepte, nach denen in Notzeiten gekocht wurde, braucht doch heute niemand mehr. Zum einen gibt es die Zutaten kaum noch, und zum anderen hat sich der Geschmack seither wohl zu sehr verändert.

Der Himmel zieht sich zu. Es wird wohl Regen geben, also ist es Zeit heimzugehen, beschließt sie. Just in dem Moment setzt sich jemand zu ihr. „Wissen Sie,” sagt die Frau leise, „ich würde ihnen gern etwas erzählen. Ob Sie wohl ein paar Minuten zuhören könnten?”

 

 

Und da endet im Moment, was ich einmal mehr als unfertigen Anfang bezeichne. Kann sein, daß sich die Szene irgendwann fortsetzt. (Letztens war da ja auch die Dunkelheit, bei der ich noch immer hoffe, daß es weitergeht.) Hin und wieder stelle ich mir auch vor, jemand anderes nähme sich einen meiner Anfänge her und schriebe das Geschichtchen einfach weiter …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Den wirklich nicht mehr nutzbaren Spittel und Kram aus einem Fach im Schrank warf ich heute in den Müll (alles andere stopfte ich zurück).

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 17.09.2026 ein Anfang (siehe oben), erledigte Haushaltsdinge, eine Schüssel Salat.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Erlebtes, Geschriebenes, Miniatur, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 6 Kommentare

218.2026: Gnädiges Vergessen

Heute aber wirklich nicht. Hmpf!

 

Natürlich gibt es das, dieses gnädige Vergessen. Und ich selbst kenne das auch von mir. Dinge zu vergessen, an die ich mich nicht erinnern möchte, zu vergessen und nicht nur zu verdrängen. Aber manchmal …

Zum Beispiel habe ich eine Lesebrille mit durchscheinend grünem Gestell. Die hab ich vor drei Wochen gereinigt. Und ich habe vergessen, wohin ich sie legte. Sie ist verschwunden. Genauso der kleine Karton, in dem ich eine Reihe von USB-Sticks und SD-Karten aufbewahrte. Der lag jahrelang direkt hinter mir im Schrank, in einem offenen Fach. Das sortierte ich letzthin durch – und seitdem ist die Schachtel verschwunden. Ich vergaß, wo ich sie hinlegte. Heute Nacht hatte ich zwei Träume. Vor kurzem erst nahm ich mir vor, die gleich wenigstens jeweils in Stichworten zu notieren. Heute Nacht aber waren beide so eindringlich, daß ich nach dem zweiten mich auch noch an den ersten erinnern konnte. Da dachte ich, daß das Erinnern bleiben würde bis zum Aufstehen. Doch Pustekuchen. Die Gefühle aus beiden Träumen kann ich noch ungefähr benennen, aber was ich da konkret träumte, habe ich vergessen. Und nichts, kein einziger Tip und keine Übung oder Methode hebt das Vergessen auf. Sapperlot! Das wurmt mich heute besonders. Hmpf.

Leider, leider vergesse ich auch immer wieder, was ich mir angewöhnen wollte/will, mir aufgab: Schreib viel mehr auf! Dabei habe ich fast immer und überall eine Kladde und einen Stift dabei, liegt auch zuhausegenügens Schreibzeug herum, um jederzeit etwas niederschreiben zu können. Aber tu ich das? Einkaufszettel, ja, Einkaufszettel schreibe ich (das sind aber auch die einzigen Listen, die ich schreibe); dann aber vergesse ich zumeist, sie mitzunehmen.

All das sind Dinge, die ich vergesse. Aber nichts davon ist gnädiges Vergessen.

Wenn allerdings meine Mutter etwas erzählt, das schon länger zurückliegt, dann bin ich oft ganz froh darüber, mich nicht mehr so genau oder gar überhaupt nicht mehr erinnern zu können. Da erlebe ich das, was gnädiges Vergessen genannt werden kann.

Und wenn ich manches nicht Lebenswichtige vergesse, dann bin ich gnädig mit mir und nenne mein Erinnerungsvermögen altersgemäß.

 

Erinnerung des Tages:
Im Herbst 1982 trat ich meinen Ehrendienst in der NVA an; der Marsch vom Kulturhaus zum Bahnhof bleibt unvergessen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 16.09.2026 gute Nachrichten zum Kaffee am Morgen, die erledigten Einkäufe, für eine Freundin kopierte Daten.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

217.2026: Sehr kurz

(K)Eine Ode an die Jahreszeit.

 

 

Sonnenuntergänge
Goldrand an Haufenwolken
Horizont tiefrot

Erste Vorschau auf den Herbst
Pilze duften am Waldrand

Ein Senryū.

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einen Stapel Altpapier weggebracht.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 15.09.2026 Nudeln mit Käse und Ketchup, sehr entspanntes Ausruhen auf der Schlafstatt, etwas ausgepacktes Neues.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Geschriebenes, Monatsgedicht, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

216.2026: Gravitätisch

Bei dem Wort klingelt etwas bei mir.

 

Nun, es scheint eines der mittlerweile vergessenen Worte zu sein. Noch bei den Romantikern – von Arnim, Kleist, Günderode, Brentano, von Savigny, Creuzer usw. usf. – war es ein durchaus gebräuchliches Beiwort.

Gravitätischen Schrittes kam er daher. Gravitätisch erläuterte er lauthals … Sie blickte gravitätisch in die Runde. Mit gravitätischen Gesten …

Steif, erhaben, (übertrieben) ernsthaft, würdevoll, gemessen. Manchmal satirisch/ironisch verwendet. Es gehört zur Gravität (Erhabenheit oder Würde). Ein altes Wort, von dessen Ursprung sich auch das heute eher bekannte gravierend ableitet. Gravieren heißt beschweren, belasten. Ich weiß nicht, wie das Handwerk damit zusammenhängt.

Jedenfalls mag ich dieses Wort, dieses alte Wort. Habt ihr auch soeines oder gar mehrere davon?

 

Erinnerung des Tages:
Rindenschiffchen schnitzen und sie dann in kleinen Bächlein und Rinnsalen fahren zu lassen: Hach!

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 14.09.2026 das frühe Fertigsein, deutliche Worte, der entspannte Abend.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Gedachtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

215.2026: Zeitlos?

Ein Relikt aus Zeiten, in denen alles möglichst lange funktionieren sollte.

 

Da hatte ich bei meiner Mutter etwas entdeckt. Ohne eingebaute Obszoleszenz (sicher eintretender Defekt nach bestimmter Zeit). Weit über 40 Jahre alt. Nur schnell mit dem Telefon geknipst.

 

Ein Reisewecker aus dem VEB Uhrenwerke Ruhla, DDR. Weißes Analog-Zifferblatt in rotem Plastegehäuse; große schwarze Taste oben links. Symbol drei Achtelnoten für Repetition (Schlummerfunktion) in der Mitte, rechts unten im Zifferblatt Schriftzug „MADE IN GDR” und sichbares, winziges Leuchtmittel mit Glühfaden.

Weit vor 1989 gekauft. Ab und an eine neue R6-Batterie (AA). Er tut seine Dienste seit über 40 Jahren.
Der Reisewecker steht auf einer Kunssteinfläche. Selbst das Lämpchen gibt noch ein schwaches Licht ab, wenn man den dazugehörigen Taster auf der Rückseite drückt.

 

Und heute? Heute funktionieren viel zu viele Dinge nur noch, wenn ich Zugriff aufs Internet habe und eine entsprechende App nutze. Was oft Blödsinn ist …

Äh: Wird der ALT-Text des Bildes vorgelesen oder nur der TITLE-Tag vom Link?

 

Erinnerung des Tages:
Im Nachbarhaus (bei meinen Eltern) war erst ein Fotograf, dann ein Uhrmacher, danach eine (Leder-)Schneiderei; jetzt ist dort das Büro eines Versicherungsvertreters.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 13.09.2026 ein überaus opulentes Frühstück (1 Mohnzopf, 1 Körnerbrötchen), lang andauernder Landregen, ganz viel StarTrek.


© 2026 – Der Emil. Bild & Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Gesehenes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

214.2026: Verwechselt

Eine selbstgemachte Überraschung für zwei.

 

Das war ein Tag ohne irgendwelche Aufregungen. Er plätscherte so vor sich hin. Ich habe mir einen Rechner angesehen, von dem ich – trotz Hardwaredefekt – eine Daten­sicherung machen soll und kann. Dazu muß ich nur die Festplatte ausbauen, sie an einen anderen Rechner hängen und dann alles Notwendige auf einen USB-Stick kopieren (264 GB sollten reichen). Aber das hat noch Zeit.

Heute sah ich mehrfach einen Hausrotschwanz, doch der war jedesmal wieder verschwunden, ehe ich ihn fotografieren konnte. Sperlinge sah ich lange nicht mehr am Haus. Ja, ein paar Kohl- und einige Blaumeisen und Tauben sind noch da. Aber die Anzahl der kleinen Vögel scheint mir drastisch zurückgegangen zu sein. Ob sie schon weggezogen sind, weil es sich seit gestern oder vorgestern eher nach Herbst anfühlt?

Na doch, eine Aufregung gab es. Ich rief einer vorüberradelnden Person ihren Namen hinterher. Daraufhin blieb diese stehen, drehte sich um und fragte: „Meinen Sie mich?” Oh, ich entschuldigte mich errötend und gestand, daß es sich da um eine Verwechslung durch mich handelte. Nun, daraus enspann sich ein Schwatz zwischen zwei Unbekannten, mitten auf der Straße. Und wir verabschiedeten uns mit: „Auf bald mal wieder.” Wer weiß …

Ach, solche Sonnabende hätte ich gern öfter. Auch dann, wenn ich mich immer mal wieder (gefühlt) blamiere. Naja, die Marktsonnabende sind aber auch immer toll. Die möchte ich ganz sicher nicht missen.

 

Erinnerung des Tages:
Früher, so von 1990 bis um 2000, verbrachte ich die Wochenenden häufig auf Bergen und versuchte mich am DX mit CB.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 12.09.2026 früher Kaffee in aller Ruhe, die Verwechslung, meine Phantasie.


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Veröffentlicht unter 2026, Erlebtes, One Post a Day | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen