164.2026: Gedankenlos

Habt auch ihr schon über das Nichtdenken nachgedacht?

 

Es gibt etwas, das ich zu meinen besonderen Fähigkeiten zähle: Bin ich unterwegs, so kann ich meine Gedanken fallenlassen, loslassen – ich gehe dann gedankenlos einen Weg, den ich nicht plante und an den ich mich nur schwer erinnere. Na gut, es gäbe technische Hilfsmittel, eine Streckenaufzeichnung z. B., aber auch die hält keine Erinnerung fest. Doch will ich das wirklich?

Auf einem gedankenlosen Weg kann ich mich auf das Fühlen konzentrieren, auf das, was ich im Moment spüre. Darüber muß ich nicht nachdenken, es reicht, einfach zu sein. Ha! Einfach! Ehrlich, so einfach ist das für mich nun auch nicht: Ich bin schon sehr verkopft im Alltag, denke viel und zerdenke noch immer dies und das. Aber wenn es mir dann doch gelingt, die Gedanken loszulassen, so erlebe ich besondere Momente, zu deren Beschreibung keine oder nur wenige, dann aber unzureichende Worte gibt.

Und ich bin damit nicht allein:

 

 

Einen Weg zu beschreiben, den man ohne Gedanken geht, ist nahezu unmöglich, da man die Dinge nur noch ungefiltert und ohne sie zu bewerten wahrnimmt. Und wertfreies Wahrnehmen läßt sich später kaum formulieren.

Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg. S.236 f.
Ungekürzte Taschenbuchausgabe, 8. Auflage 2010
© 2006 Piper Verlag GmbH, München. ISBN 978-3-492-25175-4

 

 

Seit einigen Tagen beschäftigt mich die Frage, ob das oben Geschriebene auch für Wege gilt, welche ich nicht physisch, auf meinem Füßen, gegangen bin oder gehe. Also ob ich auch gewisse Entwicklungen in meinem Inneren gedankelos durchlief oder durchlaufe. Jajaja, das geht ja gar nicht, das Denken einfach auszuschalten … Nun, ich kenne mindestens zwei Zustände, in denen ich nicht denke: den Schlaf und den Orgasmus. Die sind aber gewiß nicht die einzigen wirklich gedankenlosen Phasen. Vielleicht habe ich andere nur nicht bemerkt, weil ich in diesen Momenten nicht dachte.

Und dann hinterher so etwas mit Worten zu beschreiben – ich habe ja schon Schwierigkeiten, mich jetzt klar auszudrücken.

 

Erinnerung des Tages:
Ich fuhr heute am Bahnhof Muldenstein vorbei und erkannte das Gelände – in welchem Jahr ich dort war, muß ich noch herausfinden.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 25.07.2026 das späte Aufstehen, mein dann doch zielloses Unterwegssein mit den S-Bahnen, viel Salat zum Abendessen.


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163.2026: Eintopf

Oder Suppe? Egal, Hauptsache lecker für mich.

 

Das soll ja ein Essen sein, daß dem Herbst und dem Winter vorbehalten ist: Eintopf. Nun, ich kann das immer essen. Außerdem: In der Familie, in der ich aufwuchs und essen und kochen lernte, waren Eintopf und Suppe ziemlich synonym in Gebrauch: Es gab Gemüseeintopf, Nudeleintopf, Bohneneintopf, Linseneintopf, Weißkraut­ein­topf, Graupeneintopf, Reiseintopf usw. usf., die oft eine entsprechende Suppe waren. Dennoch schmeckte es immer, gleich unter welchem Namen. Nur Kartoffelsuppe war immer Kartoffelsuppe, selbst wenn da nichtpürierte Kartoffelwürfel drinwaren. Und bei Lauchsuppe war das auch so.

Den Unterschied zwischen beidem wußte ich sogar – aber er war mir immer egal und ist es noch. Auch in der Eierflockensuppe waren ja unpürierte Gemüse und zumeist Suppennudeln als Einlage dabei.

Bei mir muß beleibe nicht in jedem Eintopf, in jeder Suppe Fleich oder Wurst sein, ich eß auch vegetarische oder gar vegane Suppen. Mein schneller Linseneintopf zum Beispiel: ein Pfund Linsen garen, ein Pfund Weinsauerkraut dazu, würzen und abschmecken, fertig. Kartoffelsuppe? Läßt sich wunderbar aus diesen Kartoffel­flocken für Kartoffelbrei und Gemüsebrühepulver zubereiten; noch ein Döschen Möhren und Erbsen dazu: lecker.

Natürlich kann ich das alles auch aus frischen Zutaten kochen, kann Letscho und Gemüsebrühe selbst machen. Beim Sauerkraut allerdings greif ich auf das käufliche zurück. Und wenn es – nicht so wie gestern – etwas schneller gehen soll, dann nehm ich halt fertiges Zeugs …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Drei wirklich nicht mehr schöne Tupperschüsseln wanderten in den Müll; aber ich brauche Ersatz.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 24.07.2026 die erledigten Einkäufe, angesehene Fotos, auf meinem Fensterbrett fressende Tauben.


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162.2026: Verspätet

War ich heute zu leicht abzulenken oder zu schwer?

 

Als es Zeit war, meinen Blog hier zu schreiben und erscheinen zu lassen, war ich noch mitten in einem Abenteuer. Ich machte mir Abendessen – nein, keinen Auflauf (doch das wäre auch mal einen Versuch wert). Aber ich war eben sehr konzentriert. Oder sehr abgelenkt? Kein Gedanke an die Texterei hier, keiner an auch nur irgendetwas anderes als das Essen.

Was ich zubereitete und dann auch aß, tut wirklich nichts zur Sache. Ich saß gedan­ken­verloren genießend am Tisch. Als ich fertig war, räumte ich ab. Und erst da fiel mir auf: Huch, da fehlt was. Mehr aber als diese Kurzmeldung gibt es heute nicht. Und selbst die ist ja heftig verspätet. War ich heute zu leicht abzulenken vom alltäglichen Ablauf oder zu schwer abzulenken vom Zubereiten und Essen?

 

Erinnerung des Tages:
Ich sollt bald einmal wieder in die Stiftskirche auf dem Petersberg gehen, deren Akustik gefiel mir immer sehr.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 23.07.2026 ein paar gemachte Bilder, leckeres Essen am Abend, das letzte Moskauer Eis aus der Packung.


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161.2026: Vorfreude

Fragen, die sich meine Generation nicht stellen muß.

 

 

Da ist wieder diese Müdigkeit. Pünktlich wie jeden Tag zum Feier­abend. Na, noch drei Tage, dann geht es los. Endlich Urlaub. Zwei Wochen Schrebergarten ohne Radio und Fernsehen. Nur ich und die Gartenlaube. Vorräte hab ich schon eingelagert; ich muß aber noch Kaffee und Brot mitnehmen. Ich bin mir auch überhaupt nicht sicher, ob ich mein Telefon zuhause lasse – aber ein paar Bilder würde ich schon gerne machen.

Moment, ich hab ja irgendwo … Da muß doch noch diese Kamera irgendwo sein, die vom Vater. Diese LOMO. Wenn ich auf dem Heimweg kurz zum Drogeriemarkt gehe und zwei oder drei Filme kaufe? Ob das alte Ding überhaupt noch Bilder machen kann? Vor allem: Wie kann ich denn da sehen, ob das Bild was geworden ist? Ach, ich hätte meinen Vater danach fragen sollen, wie er das immer gemacht hat. Nachher werd ich das Internet danach durchsuchen müssen …

 

 

Erinnerung des Tages:
Der Onkel aus Lübeck schickte in seinen Paketen tatsächlich ab und zu Dosenravioli mit. Während blecherne Kaffee- oder Teedosen öfter aus der Geschenksendung verschwanden, kamen die Ravioli immer an.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 22.07.2026 ein kleiner Stapel durchsortierten Papiers, der vormittägliche Mittagsschlaf, mit der Handmühle gemahlener Kaffee.


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160.2026: Verfahren

Die Situation der Eisenbahn nicht nur in Fahrtenplanern.

 

Also … Drei Fahrtenplaner im Einsatz. Bei der Bahn selbst gibt es die mit SEV unter­brochene S-Bahn nicht als Verbindung, obwohl die tatsächlich fährt. Der MDV als hiesiger Nahverkehrsverbund findet Fahrmöglichkeiten nach Leipzig heute nur mit Umstieg in Weißenfels und einer weiteren Kuhbläke, die zu ihm gehörende S-Bahn aber ebenfalls nicht. Die Bahn.app kennt beide Hauptrouten mit eben dieser S-Bahn, die ich hätte heute fahren können. Aber dann bin ich am hiesigen Bahnhof wieder umgekehrt, weil alle infragekommenden S-Bahnen schon ab hier soviel Verspätung hatten, daß ich weder den Anschluß zur Nebenroute noch den Anschluß auf der Haupt­route hätte erreichen können. Denn: Ich wäre auf beiden zeitlich sowieso schon verlängerten Verbindungen noch eine Stunde länger unterwegs gewesen.

Da das heute aber kein verpflichtender Termin war, hat mich das nicht zu sehr gestört. Tja, Pech gehabt in dieser Hinsicht, daür wieder einige Photographien gescannt. Zwei weitere Namen aus der Familie fielen mir ein, Namen von schon längst – also in meiner Kindheit – Verstorbenen. Und bis jetzt habe ich sechs Bilder aussortiert, auf denen mir die Abgebildeten einfach nur fremd sind. Da kann ich nur hoffen, daß Mutter jemanden erkennt (sie sieht fast nichts mehr). Zum Bügeln bin ich heute auch gekommen.

Als es noch keine Digitalisierung gab, damals bei der Deutschen Reichsbahn – DR – der DDR, da gab es meiner Erinnerung nach kein solches Theater beim Bahnfahren. Es wurden zwar nicht die heutigen Spitzengeschwindigkeiten erreicht, aber es gab keine solchen Verspätungen. Die Fahrplantreue war bei dichterem Takt größer als die der Aktiengesellschaft. Weil die Bevölkerung versorgt (also befördert, wie auch Güter) und nicht Gewinn auf Teufel komm raus Gewinn erwirtschaftet werden mußte. Ich bin neugierig, ob ich zuverlässigen und pünktlichen Eisenbahnbetrieb hierzulande jemals wieder erleben werde (abseits von Museumsbahnen) …

 

Erinnerung des Tages:
Zu den Mecklenburger Großeltern fuhren wir ab Aue über Zwickau, Berlin oder Magdeburg, Perleberg, Pritzwalk bis nach Krakow am See; am Ende sogar ab und zu noch in Abteilwagen, bei denen jedes der Abteile seine eigene Tür und die Fenster noch Lederriemen hatten, mit denen sie offengehalten werden konnten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 21.07.2026 mein Entschluß zum Nichtfahren, selbstgemachter Gurkensalat, zwei drei wiedergefundene Namen (Wilfriede, Gisela, Gerhard).


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159.2026: Lamentieren

Und ich könnte mich doch in den Allerwertesten beißen.

 

 

So geht das nicht. Wirklich nicht. Dieses Tagebuch hier, das zeigt für die letzten dreieinhalb Wochen nur leere Seiten. Nicht ganz leer, denn Seitenzahl und Datum habe ich immer notiert. Aber der Rest: leere Zeilen. Jeden Tag 25 leere Zeilen, mittlerweile 25 Tage lang. Das ist zum Haareraufen. Denn das sieht doch aus, als hätte ich in diesen 25 Tagen nichts erlebt, nichts zu sagen oder zu erzählen gehabt. Stimmt aber nicht. Ich fand nur nicht ein einziges Mal einen Anfang. Wenn ich vor der Kladde sitze und mir tausend Dinge durch den Kopf gehen, die mir gleichwertig erschienen und erscheinen: Wie soll ich mich da für nur eine Sache entscheiden, mit der ich mein Schreiben beginne? — Aber das ging doch früher, das war alltäglich, oder nicht? Bin ich dabei, mich wieder einmal zu verzetteln? Sehe ich das Wesentliche, das Wesenhafte nicht mehr?

Helfen soll in solchen Situationen, tagsüber immer wieder Stich­punkte festzuhalten. Aber nirgends wird erwähnt welche! Ich habe es ja gewollt, habe dafür extra ein Oktavheft mit mir herumge­tragen (auch, wenn ich nur aufs Klo gegangen bin). Aber gebracht hat mir das nichts. Kein Stichpunkt, kein Stichwort, kein Satz oder Halbsatz aus einem der gelesenen Bücher. Wer sich ansieht, was in diesen 25 Tagen nicht entstand, wird vermuten, daß mein Hirn leer ist oder ich zu faul zum Schreiben war und bin. Das kann ich doch nicht auf mir sitzen lassen?

Nein, ich habe mir zu meinem Glück nicht die Pflicht auferlegt, jetzt diese 25 Seiten nachzuschreiben. Weil ich genau weiß, daß ich das nicht schaffen würde. Ich werde auch keinen Versuch dazu starten. Aber ich habe diesen Text schon früh am Morgen begonnen, beim zweiten Kaffee des Tages. So früh, glaubte ich bisher immer, bin ich noch nicht zum klaren Denken, zum Formulieren in der Lage. Heute funktionierte es putzigerweise. Also: Ab sofort liegt die Kladde schon zum Frühstück aufgeschlagen neben mir. Morgenseiten werd ich wohl nicht schreiben, aber vielleicht hilf das gegen die 25 leeren Zeile je Seite.

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Heute stellte ich einige CDs in ein Öffentliches Bücherregal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 20.07.2026 Unterwegssein in der Stadt mit über 8000 Schritten, der wahrscheinlich letzte Besuch im Elektronik-Planeten hierzustadt (nichts gekauft), Bockwurst mit Brot und Senf.


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158.2026: Prüfung

Ich habe ja gerade nichts anderes zu tun.

 

Da sitze ich und scanne weiter alte Schwarz-Weiß-Photographien ein. Nebenbei habe ich Zeit zu denken, mich zu fragen und zu wundern.

Ich habe nämlich einige ritualisierte Abläufe, über die ich immer wieder stolpere. Kleinigkeiten, klar, aber wie sinnvoll sind die? Beispiel Kaffeemaschine herrichten und einschalten: Ich habe zwei Meßbecher, mit denen ich das Wasser in die Maschine einfülle, einen leere ich ganz, im zweiten bleibt immer ein Rest Wasser zurük. Auf und in dem landet der Filtereinsatz; und auch die Filtertüte kann ich nur auf eine einzige Art falten. Wirklich, ich kann es nur auf diese eine Weise tun, ich hab es probiert, anders geht das nicht. Kaffee hinein, etwas Salz drauf. Filter in die Maschine, einschalten, Deckel zu. Ganz genau so muß es ablaufen. Heute früh aber begann ich den Vorgang mit dem „falschen” Meßbecher. Den leerte ich wieder aus, ehe ich den Vorgang erneut in Angriff nahm.

In diesem Moment fand ich mich selbst sehr sonderbar. Und auch bei anderen solchen Gelegenheiten werde ich stutzig, wenn ich mich bei einer Störung ertappe.

Ja, ich hab schon oft versucht, solche Dinge zu verändern, aus dem starren Ablauf auszubrechen. Meist schaff' ich es nicht. Trotzdem … Ich möchte die Sinnhaftigkeit meiner Ritualisierungen prüfen. Muß ich die Schleifen in den Schnürsenkeln wirklich rechts und links spiegelbildlich binden? (Ja, sonst löst sich eine sehr schnell wieder. Nervt.) Ein anderes Vorgehen habe ich heute verändert, habe bewußt die übliche Abfolge um zwei unwesentliche Schritte gekürzt. Fühlte sich ungewohnt an, aber war möglich. Mal sehen, wie es damit weitergeht. Morgen oder übermorgen stelle ich das nächste auf den Prüfstand. Es sollte ja so einiges weniger kompliziert gestaltbar sein, denke ich.

 

Erinnerung des Tages:
Es war eines der großartigen Erlebnisse meiner Kindheit: die Fahrt mit dem Tragflügelboot in Warnemünde so um 1976 herum.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 19.07.2026 gescannte Bilder, eine Runde durch die Stadt, ein vermiedenes/verändertes Ritual.


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157.2026: Leicht zu vergessen

Und oft sehr schwer umzusetzen.

 

 

Bedenke bei allem, das Du beginnst, stets auch, daß Du irgend­wann damit aufhören, es beenden mußt …

 

 

Irgendwo in meinem Denkicht plärrt etwas: „Das hast Du geklaut!” Ja, irgendwo gibt es einen lateinischen Sinnspruch, ein Zitat, das ähnliches aussagt – aber den find' ich grad nicht. Und er war durchaus anders, dessen bin ich mir sicher.

Nur: Wieso soll ich an das Ende denken, wenn ich etwas beginne, das ich auf ewig fortführen/beibehalten möchte? Dann ist dieses Ende doch überhaupt nicht abzu­sehen, nicht beabsichtigt? Und doch soll ich daran denken, an etwas, das für mich nicht wichtig, gar nicht vorstellbar oder zu erwarten ist? Ist das nicht – mit Verlaub gesagt – Humbug?

Mit der Frage laß ich euch jetzt alleine …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Mein mittlerweile fast unbrauchbares Kopfkissen landete im Müll.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 18.07.2026 das neue Kopfkissen, der erledigte Einkauf, etwa 4 l selbstgemachter „Eis”tee.


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156.2026: Lochfraß

Bei der Arbeit mit über 50 Jahre alten Fotos bemerkt.

 

Tja. Ich weiß, wer auf dem Foto zu sehen ist. Und ich weiß, wo es gemacht wurde, mit damals üblichem NP15/NP20/NP22 (selten NP27) von ORWO. Aber wann war das nur? Oder: Ich weiß, wann und wo die Aufnahme gemacht wurde, aber mindestens eine Person, manchmal auch alle, kann ich nicht erkennen und benennen. In einer Tabelle erfasse ich, was ich zum gescannten Foto weiß (Ort, Datum oder wenigstens Jahr, abgebildete Personen und andere Informationen zum Motiv). Puh. Bei fast jedem Bild brauche ich eine Weile, um mein Gehirn, meine Erinnerungen zu durchforsten.

Ich habe etwa ein Zehntel der Fotos mitgenommen, die mir übergeben wurden. Aber ich möchte alle digitalisieren und dann wieder zurückgeben. Behalten werde ich sie erst, wenn ich der Älteste der Familie bin.

Dennoch ist es für mich schon erheiternd, wenn ich mich im zarten Alter von knapp eineinhalb Jahren in einem Teich in Alt Sammit plantschen sehe oder im Alter von Zwölf im Schrebergarten der Familie auf der Hollywood-Schaukel lümmeln. Das Foto vom Schulanfang (mit riesiger Zuckertüte) und das von der Jugendweihe (mit Plateausohlen) zeigen, wie sich meine Statur während meiner Schulzeit veränderte.

Und da? Ist auf dem Bild mein Bruder zu sehen? Einer der Cousins? Gar eine Cousine? Oder bin das doch ich?

Ach, die Löchrigkeit des Gedächtnisses ist schon eine Krux – und natürlich auch ein Glück, denn wer, frage ich euch, möchte sich an alle Einzelheiten der eigenen Vergangenheit erinnern?

Es lebe der Lochfraß!

 

Erinnerung des Tages:
In der Familie gab es zwei Onkel mit dem Namen Herbert, und einer meiner Cousins ist acht Jahre älter als sein jüngster Onkel.

 

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Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 17.07.2026 eine getroffenen Absprache, leckeres Eis, der Fortschritt beim Scannen.


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155.2026: Nur noch in mir

Wenn eintritt, wovor ich mich fürchte, werde ich das geschrieben haben.

 

Ja, ich habe Angst davor, wie mein Vater aus der Welt zu verschwinden in einer Demenz. Bei Mutter glaube ich ja auch, daß ich erste Anzeichen davon bemerke … Deshalb möchte ich diese Sätze und viele mehr vorher notiert haben, sozusagen im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. (Ich arbeite mich schon eine Weile daran ab.)

 

 

Und sollte es irgendwann geschehen, daß ich Dich nicht mehr erkenne, Angst vor Dir zu haben scheine, gleichgültig bleibe bei allem, was Du sagst und tust: Denke daran, Du kennst mein Herz und meine Seele, und was Du da siehst, ist nur noch mein Körper. Dann bin ich nur nicht mehr fähig, Dir meine Liebe zu zeigen – aber sie wird noch immer sein in mir …

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich saß heute am Scanner und konnte ziemlich viel Papier einfach entsorgen.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich am 16.07.2026 kalter Kaffee (cold brew), eine gekaufte einfache Kühlbox, eine gute Anzahl erledigter Sans (Flachbettscanner).


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