112.2026: Gewißheit

Ungewißheit, Zweifel, Freude – was ich drüber denke.

 

Trotz der vielen Besucher hatte ich am vergangenen Wochenden auch Zeit zum Denken. Und wie das so ist, wenn ich ins (simulierte) Mittelalter abtauche, dann kommen automatisch auch die Dinge in den Fokus, die jene Zeit von der Gegenwart unterscheiden. Und ich glaube, die Menschen damals gingen mit einigem ganz anders um als wir das heute tun. So kam ich auf diesen Begriff, auf jenes seltsame Ding, das wir Gewißheit nennen.

Ich glaube, daß … Aber ich weiß es natürlich nicht. Ich stelle es mir vor. Also: Wie anfangen? Vielleicht doch mit dem, was ich mir zu meinen eigenen Gefühlen aufschrieb:

— Es ist eine reine und ruhige Freude, wenn man sich gewiß ist, das alles nur gut sein kann. So stelle ich es mir vor, denn diese Gewißheit hatte ich nie, habe ich nicht; da sind immer Ungewißheiten, Zweifel und Befürchtungen.

Die alltäglichen Gefahren für die Menschen früher – das denke ich zumindest – waren doch viel größer und häufiger und sicherlich viel gegenwärtiger als heute? Und trotzdem scheint es mir immer wieder, daß man unbekümmerter damit lebte als ich das tu, viel leichtfüßiger als ich. Weil auch vieles von dem, was ich weiß, damals noch niemand wissen konnte. Und das könnte doch zu weniger Befürchtungen und Ungewißheiten beigetragen haben? (Allerdings kann wirklich niemand wissen, wie es damals exakt war.)

— Die unausweichliche Gewißheit meines Todes macht mir wirklich keine Angst; ich weiß und akzeptiere, daß zu meinem Leben ein Ende einfach dazugehört. Ich kann nur die Gewißheit nicht ertragen, daß ich mit Sicherheit unwissend und voller Ungewißheiten von dieser Welt gehen werde.

Wissen wir denn wirklich, wie akzeptiert der Tod in früheren Zeiten (Mittelalter, d. i. die Zeit zwischen 500 und 1500) bei den gewöhnlichen Menschen war? Und wie groß waren ihre Ungewißheiten? Insbesondere noch bevor sie dem Christlichen Glauben anhingen? Ich habe ja auch meinen Tort mit dem Glauben, hadere und zweifle und hoffe immer wieder. Nur weiß ich eben nicht, kann mir diesbezüglich keine Gewiß­heiten verschaffen.

Tja. Ein unbeendeter Prozeß in meinem Denkicht. Ich war, bin und werde in meinem Glauben nie so fest, daß mir daraus Gewißheit erwachsen kann. Kann ich als eine meiner Lebensaufgaben annehmen, daß ich die Ungewißheiten (auch die ganz kleinen, nicht grundsätzlichen, alltäglichen) einfach nur aushalten muß bis zuletzt? Oh, ich kämpfe so oft mit denen …

Gewißheit. Seltsames Ding, nicht wahr?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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111.2026: Unvermutet

Notwendige Auszeit vom üblichen Umfeld.

 

 

Die Schreibmaschine klappert. Schnell, die Anschläge sind jedoch nicht hart. In regelmäßigen Abständen tönt die Klingel, dann folgt das typische Geräusch beim Zurückschieben der Walze (mit Zeilen­vorschub).

Erinnerungen tauchen auf aus weit zurückliegenden Zeiten. Das Klassenzimmer in meiner Berufsschule: 28 Arbeitsplätze mit rein mechanischen! Schreibmaschinen, und immer Doppelstunden. Das waren jeweils 90 Minuten echter Lärm. Ab und zu hab ich das kaum aushalten können, ich bekam davon Kopfschmerzen. Anmerken lassen durfte ich mir das aber nicht. Und jetzt höre ich jemanden sehr routiniert arbeiten an der alten Schreibmaschine; genau, da arbeitet jemand, denke ich. Dabei ist hier doch alles auf dem neuesten Stand der Technik: Computer, Laptops, Laserdrucker. Wie es sich für ein größeres Dienstleistungsbüro und Callcenter gehört. Warum also sitzt da jemand an dieser alten, mechanischen Schreib­maschine?

Meine Neugier ist dann doch gro­, und ich gehe zum Kopiererraum und schaue durch die Tür. Die Chefin sitzt dort. Sie schreibt etwas. Blickt hoch, sieht mich an und sagt: „Manchmal muß ich raus aus all dem Gesumme und den Stimmen, die telefonieren. Ich hab das hier” – sie streicht über die Schreibmaschine – „ja noch so wie Sie gelernt. Da kann ich meine Wut, meine Unzufriedenheit besser abbauen als am Computer.” Ich murmele etwas Verständnis­zei­gendes. Ich vertehe sie da wirklich, denn auch ich brauchte während meiner Ausbildung zum Facharbeiter für Schreibtechnik immer wieder eine Auszeit. Schließlich war ich damals der einzige Kerl in der Klasse neben 27 Mädchen …

 

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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110.2026: Gemeinheiten

Da waren so viele. Und nun sind es Ängste.

 

Ich las gestern in einigen von meinen alten Kladden. Manchmal mache ich das, um mich an Zeiten zu erinnern. Nein, nicht nur an die guten. Und ich möchte ab und zu lesen, wo ich früher stand mit meinen Gedanken, meinen Gefühlen, meinen Entscheidungen. Immer wieder überrasche ich mich dabei selbst mit dem, was mein Vergangenheits-Ich notierte. (Wahrscheinlich ist das Unterscheiden von Vergangen­heits-Ich und Jetzt-Ich gar nicht so sinnvoll, oder?)

Gestern fiel mir auch noch etwas anderes auf. Nämlich mein Zorn, meine Gehäs­sig­keit, die ich bemerkte. Was stehen da nicht alles für Gemeinheiten, Bosheiten und Lügen auf den Seiten, die ich beschrieb. Mir kommt es vor, als würde ich solches Zeug heute nicht mehr aufschreiben. Ist das nun die Schere in meinem Kopf, eine Selbstzensur? Oder bin ich nicht mehr so gehässig? Lasse ich also meinem Zorn woanders freien Lauf oder unterdrücke ich ihn? Hat sich geändert, wie ich auf besondere Reize ragiere – nicht mehr mit Gemeinheiten, sondern mit (machmal auch untauglichen) Versuchen des Verstehens, den Verständnisses, der Anerkennung von Unterschieden?

Zugenommen haben die Sätze und Seiten über meine Angst, meine Ängste. Ganz verschiedene. Die Höhenangst. Die Angst vorm Verlassenwerden. Die Angst vor Schmerzen beim Sterben. Die Angst davor, einfach (nur) mißverstanden zu werden. Ist mein Leben wirklich so angsterfüllt geworden? Wenn ja, woher kommt das? Sind dafür – auch – Gemeinheiten und Bosheiten verantwortlich, denen ich ausgesetzt war und bin? Hadere ich zu sehr mit dem, was allgemein Schicksal genannt wird?

Meine eigenen Notizen lassen in mir viele Fragen entstehen und viele Fragen offen. Sollte ich weniger bis überhaupt nicht mehr in ihnen lesen?

Wie haltet ihr das damit, falls ihr soetwas wie ein Tagebuch führt?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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109.2026: Was bisher geschah

Mitten in der Nacht saß ich deswegen am Schreibplatz.

 

Ich schrak aus diesem Traum nicht hoch, nein – ich tauchte langsam aus ihm auf. Und im Kopf rollte dieser Satz hin und her, den mir im Traum jemand zuflüsterte:

 

 

Die einzige Reise, auf die es in meinem Leben ankommt, ist noch längst nicht beendet: Es ist nämlich die in aller Stille unternom­mene Reise ins Innerste meines Ichs, ins Zentrum meines eigenen Selbst.

 

 

Im Traum nahm ich ihn nicht in der Ich-Form wahr, diesen Satz, da war er mir Auftrag oder Belehrung, Offenbarung eines mich betreffenden Geheimnisses. Ich schrieb ihn zuerst Ihrzend, dann Duzend („in Eurem Leben”, „in Deinem Leben”), dann mit dem unpersönlichen man. Das paßte alles nicht. Deshalb der letzte Versuch (hier zu sehen) in der Ich-Form. Nach etwa 30 Minuten begab ich mich zurück auf die Schlafstatt und schlief zufrieden wieder ein.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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108.2026: Quatsch-Lyrik

Was mir auf dem letzten Markt auf- und einfiel.

 

Es ist an jedem Markttag eine der ersten zu bewältigenden Aufgaben, den Treibstoff für mich zu besorgen.

 

 
Über die verdauungsfördernde Wirkung
des morgendlichen Heißgetränkes

Der Himmel ist blau,
die Sonne warm.
Im Magen ist’s flau
und im Darm droht Alarm.

Ich such' nach Kaffee,
trinke einen im Steh'n.
Kaum ist der getrunken,
kann ich kacken geh'n.

 

 

Verzeiht mir den unflätigen Endreim; er ist der morgendlichen Realität eines altern­den Mannes geschuldet.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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107.2026: Moralisch verwerflich

Unanständig sehnsüchtige Träume, die aufwühlen.

 

 

So aufzuwachen, so schlagartig aus einem Traum zu fallen, und dann so verwirrt sein. Wieso nur waren solche Szenen nie in ihren Jugend­träumen vorgekommen? Was soll sie jetzt tun gegen ihre, für ihre Lust … Tante Erdmute bleibt ein paar Minuten auf dem Bett sitzen. Noch spürt und sieht sie die Frau aus ihrem Traum. Ja, eine Frau! Aber das geht doch nicht, das ist unmoralisch und widerlich – aber zumindest fühlte es sich wundervoll an. Nun, im Alter gönnt sie sich ja doch ein paar mehr Freiheiten, Freizügigkeiten als früher. Zum Beispiel die nackten Spaziergänge morgens im Garten. Oder auch den zweiten Mann ihres Lebens, der sie mittlerweile besser und lustvoller kennt als der erste. Denn ihm und auch sich selbst gestattet sie viel mehr Erotik als ihrem Ehegatten. Selbst im ehe­li­chen Schlafzimmer ging es immer gesittet zu, hielt sie sich immer zurück. Ja, die Moral. Die machte sie immer steif und unglücklich, und sie schämte sich jedes Mal. Aber er, er war über so viele Jahre geschlechtslos in ihren Augen. Als er vor Jahrzehnten in ihren Dienst trat, in den ihren und den ihres Gatten, durfte er von Anfang an etwas, was sie dem Ehemann nie erlaubte: Er bediente und umsorgte sie auch, wenn sie sich ein Wannenbad gönnte. Vor ihm schämte sie sich nicht ein einziges Mal für ihre Nacktheit. Ach, in wenigen Minuten wird er ja zu ihr kommen.

Aber der Traum … Ein Liebesspiel mit einer jüngeren Frau … Wie viele Gelegen­heiten hatte sie wohl verpaßt? Und was alles hat sie verpaßt? Tante Erdmute hat keinerlei Vorstellung davon. Sie weiß ja auch nicht viel über das, was dabei in einem Mann vorgeht, denn darüber sprach sie bisher nur mit einem einzigen Mann. Und auch nur dieser weiß oder ahnt vielleicht auch nur, was er in ihr auslöst, an und in ihrem Körper und in ihrem Kopf. Warum sprechen viele Menschen nicht über so wichtige Dinge miteinander? Ja, die Moral. Und die daraus sich ergebende Scham. Der sogenannte Anstand führte zu so vielen Jahren des Schämens, des Versteckens, des Verbergens; und es waren so viele Dinge, die sie sich deswegen untersagte, verbot. Jetzt aber, jetzt kann sie über diese Hürde springen.

Sie hat sich gerade aufreizend zurück aufs Bett gelegt, als er die Tür öffnet. Sie wird ihm gleich hinterher von ihrem Traum erzählen. Und auch darauf freut sich Tante Erdmute.

 

 

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Der Emil


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106.2026: Ein erstes Mal

Ja, wirklich, das gibt es auch mit knapp 63 Jahren noch.

 

Es war wirklich das erste Mal in meinem Leben. Heute, an einem Sonntag, war ich in einer Bäckerei – gut, in einer Filiale einer Bäckereikette. Ich fuhr extra hin. Brot und Brötchen brauchte ich nicht, davon habe ich zur Zeit sogar mehr als genug: Was ich gestern zu erwähnen vergaß, war die Unmenge davon in einem Fairteiler, bei der ich zugriff. Doch ich möchte morgen früh nicht nur einen Keks essen, sondern etwas anderes. Ich wußte, daß ich morgen schlechte Laune haben würde, wenn ich meinen Gelüsten nicht heute bereits nachgegeben hätte. Also holte ich mir nach dem Training der Ritterschaft ein Croissant und ein Stück Streuselkuchen. Noch nie vorher war ich sonntags beim Bäcker.

Leider – Leider! – hat der zu leckere Streuselkuchen den Heimweg nicht überstanden. Hoffent­lich wird mir der morgen früh nicht zu sehr fehlen.

Heute habe ich nochmal Zettel gescannt, aber es ist kein Fortschritt zu erkennen. Die Haufen sind noch immer zu hoch, die Kisten noch immer voll. Meine Güte. FairScan produziert ausschließlich PDF, ist also keine Option – wie auch die Handykamera keine Option ist oder ein anderer Fotoapparat. Denn vieles lagert(e) bei mir gefaltet und ist deshalb auf dem Scanner besser flachzukriegen. Und wieder brauchte ich etwa anderthalb Minuten für zwei Scans. Wenn das so weitergeht, werde ich Arbeit für noch einige Jahre damit haben. (Und wenn ich dann tot bin, wird sich niemand dafür interessieren. Tja. Muß mir irgendwann mal überlegen, was mit meinen Festplatten, Sticks und all dem anderen Zeug werden soll.)

So sieht also mein Alltag aus, ein Sonntag ist nicht wirklich anders als andere Tage. (Dank unseres Bahnhofs hätte ich auch zu einem Discounter gehen können.)

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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105.2026: Sonnabendlicher Alltag

Es passierte heute tatsächlich kaum etwas; und ich bin's zufrieden.

 

Im Traum suchte ich immer wieder nach meinem Dritthandy und fand es an den unmöglichsten Stellen wieder. Dann mußte ich mit einem Oberstleutnant (einer, den ich kannte) verschiedene Apps installieren und testen. Ständig störte mein Vater die wichtige Arbeit mit irgendwelchem Schnickschnack, der für ihn wichtig war. Ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen, weil ich weder ihm richtig helfen noch den Auftrag vernünftig abschließen konnte.

Mit diesem Gefühl von schlechtem Gewissen wurde ich wach. Nach und nach verging es, war ganz weg, als ich mich an den zweiten Rechner setzte, den ich zum Scannen nutze. In zwei Stunden schaffte ich nur 48 zweiseitige Zettel (für einen Scan brauchte ich also knapp anderthalb Minuten). Hm, ob ich mal versuche, die Scan-App im Telefon zu nutzen (FairScan)? Davor schaue ich mir mal die erzielten Auflösungen und die Dateiformate an (ich bevorzuge unkomprimierte TIF), aber nicht mehr heute und auch nicht morgen.

Dann mußte ich doch nochmal einkaufen, weil das Brot schimmlig war und ich unbe­dingt süß-saure Soße haben wollte und Wattestäbchen. Danach packte ich meine Kamera ein und machte mich auf den Weg in die Stadt. Abermals fand ich in zwei Stunden nichts, das ich wirklich ablichten wollte. Vielleicht war ich mit meinem Kopf auch zu wenig beteiligt an allem, was außen stattfand: Ich träumte vor mich hin, einfach so. Schlenderte ziellos vom Rannischen Platz über den Steg zum Hallmarkt (ich weiß, daß es an diesem Weg mit Sicherheit Fotomotive gibt, ich weiß es – aber ich sah heute kein einziges davon). Am Marktplatz packte ich sechs Bücher in das Öffentliche Bücherregal, saß noch eine Weile da und beobachtete Menschen, Hunde und Tauben. Und den Dudelsackspieler, der nicht zu überhören war.

Mittlerweile habe ich mich an meine Heißluftfritteuse gewöhnt. Dennoch werd ich noch eine ganze Weile damit herumprobieren müssen. Backofenpommes werden besser als normale, Putenbrust gelingt auch recht einfach. Den Lachs mußte ich noch etwas nachgaren. Heute war es Backfisch, und der gelang auf Anhieb. Morgen mach ich mir dann Hühnchennuggets (dafür die süß-saure Soße). Nach dem Abendessen schrieb ich diesen Text hier; und aus heute morgen notierten Stich­worten formte ich ein paar Sätze, die noch keine komplette Geschichte wurden.

Alltagserleben an einem Sonnabend. Unspektakulär. Und ich bin zufrieden mit mir, auch wenn es nicht zu einem einzigen Foto kam.

 

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104.2026: Einfach so

Normalerweise spricht er nicht über Sexuelles.

 

 

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Und leider stellt man das immer erst fest, wenn man schon angefangen hat – oder verwirk­licht hat, was man sich so völlig wunderschön vorstellte … Mein Bekannter wirkte ziemlich niedergedrückt und verunsichert, als er zu sprechen begann.

Denn diesmal war das Ganze etwas … heikel, schlüpfrig sogar. Er hatte seine Freundin – eine sexuell sehr aufgeschlossene Person, eine, die sozusagen die Erfüllung seiner Träume war – zu ihrem Geburtstag überraschen wollen. Nun ja, und so kaufte er ihr einen sehr großen Dildo. Einen wirklich großen. (Sie hatte einmal kurz erwähnt, daß sie so ein Ding gern mal probieren würde.) Er war ja selbst neugierig, ob „das” passen könnte. Also ja, es paßte. Ihr sogar noch besser als ihm. Denn seit ihrem Geburtstag kam er selbst sich deshalb ziemlich klein vor. Bis vor drei Tagen, als sie zu ihm in die Zwei-Zimmer-Wohnung zog, bemitleidete er sich selbst. Seither hat er kaum noch eine Viertelstunde Zeit für sich allein.

Das jedoch ist eine ganz andere Geschichte, meint er. Trinkt sein Bier aus und geht nach Hause. Schweren Herzens. Zu ihr. Als mein Bier dann auch leer ist, geh ich die paar Schritte bis zu meiner Wohnung, in der nur mein leeres Bett und der Computer auf mich warten.

 

 

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103.2026: Mal wieder Dada

Gestern am frühen Abend ritt mich der Reimegaul.

 

Das passiert mir hin und wieder: Plötzlich „leiert” ein Büttenredenrhytmus in meinem Kopf. Und dann entstehen solche Machwerke:

 

 
Einhorndrama
 

Ein Einhorn lief im dunklen Wald
vor einen Baum, 'nen großen.
Es hatte Kopfweh – und sehr bald
schon wurde es erschoßen.

Da lag es, tot und atemlos,
die ganze Nacht hindurch.
Der Schütze blieb nicht namenlos:
Es war ein blöder Lurch …

 

— — — — — — — — — — —

 
Buchstabensalat
 

Gennt de Wemmse oblimant,
nobleros getechtet,
Hadi hempfe nudigant
galasan entfechtet.
Hodi mido umbewerk!
Tassi wehm erdeutent!
Ohna Kumpe weberserk
helti nopf gesleutent.

 

 

Es ist wohl beides Dada, das eine nur ein wenig verständlicher als das andere. Ich möchte die beiden „Glanzstücke” allerdings nicht nur im Fediverse lassen – und deshalb erscheinen sie nun auch hier. Tut mir leid, daß das jetzt irgendwie nur eine Wiederholung ist.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil


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